COLumbian COCoa:

Anbahnung deutscher Innovationscluster mit kolumbianischen Clustern:

Kolumbien hat ein hohes Produktionspotential für Kakao und Kakaoprodukte, bedient den nationalen Markt, hat aber aufgrund von Qualitäts- und Quantitätsproblemen den internationalen Markt noch nicht erreicht. Um dies zu ermöglichen, benötigt man eine umfangreiche, funktionierende und vor allem langfristige Kooperation zwischen Partnern der unterschiedlichen Arbeitsbereiche sowie eine Vernetzung der Firmen und Bauern vor Ort mit Forschern an Hochschulen und in Forschungseinrichtungen. Im Zuge des COLCOC Projekts wurde eine solche Kooperation im Bereich der Kakaoverarbeitung in Kolumbien aufgebaut. Eine gemeinsame Analyse und punktuelle Optimierung der Kakao-Wertschöpfungskette durch die deutschen und die kolumbianischen Partner war Teil des Projekts.

Optimierte Röstverfahren:

Die Prozesskette der Kakaoproduktion besteht im Wesentlichen aus vier Verfahrensschritten: Der Fermentation, der Trocknung des Produktes, das Rösten und das anschließende Schälen der Bohnen. Die Fermentation ist dabei einer der qualitätsbestimmenden Verfahrensschritte und wird durch die Trocknung abgeschlossen. Den Produkten wird während der Trocknung Wasser entzogen, wodurch die Aktivität der Mikroorganismen und andere Verderbsreaktionen eingeschränkt werden. So sind die Produkte länger haltbar. Durch die Röstung werden wichtige, erwünschte Röstaromen erzeugt. Dabei werden die Kakaobohnen in Form, Farbe und mechanischen Eigenschaften stark verändert. Um diese Änderungen zu kontrollieren und so Produkte hoher Qualität erzeugen zu können, ist es grundlegend wichtig, diese Veränderungen zu bestimmen, zu quantifizieren und die für ihre Entstehung entscheidenden Randbedingungen zu ermitteln.

Ausblick:

Die Identifikation weiterer Arbeitsfelder, z.B. bei Technologien zur Aufbereitung, Konservierung und Lagerung war dringend geboten. Dabei wurden sowohl technologische Fragestellungen als auch die Nutzung erneuerbarer Energie untersucht. Ziel hierbei war eine Verbesserung des „fine-flavour“ Status für kolumbianischen Kakao sowie eine Ertragssteigerung durch effiziente lokale Kakaoverarbeitung.

Weitere Informationen:

Das COLCOC Projekt ist im Frühjahr 2017 gestartet und wurde im Oktober 2019 erfolgreich beendet. Folgeprojekte sind derzeit in Planung. Gefördert wurde das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt.
Die Partner aus Kolumbien und Deutschland sind: die HTWG Konstanz, die INNOTECH Ingenieursgesellschaft mbH, die Universität Kassel, die Hochschule Ravensburg Weingarten, die Universität Pontifica Bolivariana Bucaramanga, Agrosavia, das Rotes Kreuz Kolumbien und Bosques de Cacao Yariguies.